Teilhabe von Menschen mit Autismus

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Offener Brief zum Welt-Autismus-Tag 2013

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Wir sind Menschen

Es begann im Dezember mit der Berichterstattung über den Amoklauf in Newtown, die dazu führte, dass viele Autisten laut wurden, um sich Gehör zu verschaffen. Seither taucht „Autismus“ oder „autistisch sein“ immer wieder in einem völlig falschen Kontext auf.

In letzter Zeit nimmt es überhand, dass Politiker, Journalisten und Wirtschaftsbosse den Begriff Autismus missbrauchen, ohne darüber nachzudenken, welches falsche Bild dadurch von Autismus geprägt wird. Leider taucht der Begriff „autistisch“ meist im negativen Kontext auf, was ein Bemühen vieler Menschen, Autismus in der Gesellschaft bekannter zu machen, zunichte macht. Betroffenen Menschen werden auf Grund solch schlecht recherchierter, diskriminierender und unüberlegter Aussagen mehr Vorurteile entgegen gebracht und es werden ihnen Eigenschaften zugesprochen, die mit dem, was Autismus ist, nichts mehr gemein haben.

Autisten sind Menschen mit ein paar besonderen Eigenschaften, die für die Allgemeinheit eine Bereicherung darstellen können, sofern sich diese auf sie einlässt. Autisten sind dabei so verschieden, wie Menschen eben verschieden sind. Sie haben unterschiedliche Stärken, Schwächen, Begabungen und Interessen. Sie haben Gefühle, lieben ihre Familien und ihre Freunde. Und sie möchten geachtet und respektiert sein wie jeder andere Mensch auch. Autisten leiden in der Regel nicht an ihrem Autismus, sondern an der Intoleranz und der fehlenden Akzeptanz ihres Umfeldes. Ja, Autisten haben Gefühle, manchmal sogar intensiver als andere. Sie können sie nur oft nicht ausdrücken. Manche Autisten zeigen ihr Innenleben reduzierter als andere. Autisten fällt kognitive Empathie oft schwer, also das reine Lesen der Gefühle anderer anhand nonverbaler Signale. Wenn sie jedoch wissen, wie sich das Gegenüber fühlt, zum Beispiel, weil es klar formuliert wurde, ist emotionale Empathie, also das Mitfühlen, meist kein Problem. Zusammen kann es den Eindruck erwecken, dass Autisten weniger empathisch seien oder nicht an ihren Mitmenschen interessiert. Aber das ist in den meisten Fällen so nicht richtig und es verletzt Autisten oft gleichermaßen wie Nicht-Autisten, von einer Gesellschaft ausgegrenzt zu werden.

Daher ist eine breite Aufklärung über Autismus wichtig. Dazu gehört, dass man über uns in der Presse gut recherchiert berichtet und die Begrifflichkeit korrekt anwendet. Helfen Sie uns, über Autismus aufzuklären. Unser Ziel ist es, dass wir miteinander reden statt übereinander. Dass Psychiater, Psychologen, Kinderärzte, Therapeuten, Medienverantwortliche, Politiker und viele andere Menschen, die mit Autisten arbeiten oder über sie „urteilen“, sich einmal mit der Sichtweise der Autisten auseinandersetzen und davon profitieren.

Es wird Zeit, dass man endlich anfängt mit uns zu reden und nicht nur über uns.

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Offener Brief von der Protestaktion zum Weltautismustag gegen die Verwendung des Wortes „Autismus“ im Zusammenhang von Politik, Wirtschaft und Amokläufen
Download als PDF-Datei Offener Brief zum Welt-Autismus-Tag 2013
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Erklärung von Aspies e.V. zum Welt-Autismustag: Gegen diskriminierende Darstellungen von Autisten in den Medien

Emma Wolff liest aus der Anthologie „Ein Leben mit Autismus“

Anthologie

Emma Wolff liest in der Wortwäscherei in Bielefeld aus der Anthologie
„Ein Leben mit Autismus“. Durch Klicken auf das Buchcover werden Sie
auf die Webseite des Kanal 21 weitergeleitet.
Dort steht ein Video von der Lesung online zur Verfügung.
Die Anthologie ist 2012 im Telescope-Verlag erschienen.
Meine Texte „Vom Anderssein“ sind in dem Buch veröffentlicht.

Unwissenheit schürt Ängste – Ein Kreislauf von Ausgrenzung und Isolation

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Gastbeitrag von Emma Wolff:

Unwissenheit schürt Ängste.
Noch mehr ist das der Fall, wenn es sich um Besonderheiten, Behinderungen und Krankheiten handelt die nicht sofort sichtbar sind. Einer der Gründe, wieso mir Aufklärung immer so sehr am Herzen liegt, um für Verständnis zu sorgen und Ängste zu mindern. Asperger – Autismus und Fibromyalgie gehören in und zu meinem Leben. Beides wird in dieser Gesellschaft nicht akzeptiert, da beide Andersartigkeiten die meiste Zeit nicht greifbar, nicht sofort sichtbar sind. Demzufolge möchte man sich auch nicht damit auseinandersetzen, vor allem weil es den einzelnen ja nicht betrifft.

© by Emma Wolff (8.2.2013)

Ja, die Betroffenheit und die Fibromyalgie. Sollte es mal der Fall sein, dass die Fibro in einer ihrer Symptome einmal sichtbar ist, wie z.B. die Schmerzschübe oder starkes Zittern, neben den chronischen Schmerzen, die nie vergehen, dann möchten viele am liebsten die Augen verschließen, da das Leid und der Schmerz sichtbar wird. Jedoch macht es in meiner Umgebung den Mitmenschen noch mehr Angst, wenn ich dann immer noch lachen kann. Ja, sogar Witze über die Fibro, mich und das Leben reiße. Das ist ein Paradoxum, welches in den Köpfen nicht zusammenpasst.
Natürlich gibt es Momente in denen man einfach nur noch weinen möchte, weil man so verzweifelt ist und eigentlich Hilfe braucht, weil der Schmerz unerträglich erscheint und die Ungeduld die Vergänglichkeit des Schubes nicht beenden möchte. Im Laufe der Zeit habe ich mir Strategien für den Notfall zurechtgelegt und gelernt mit der jeweiligen Gegebenheit zu leben ohne auch psychisch zu leiden.

Ein Leben, welches auf die eigene Achtsamkeit ausgerichtet ist. Jeden Morgen stelle ich mir die drei Fragen, „Was muss ich? Was will ich? Was kann ich?“ Die dritte Frage deswegen, damit ich objektiv bleibe, denn nicht alles was ich möchte, lässt sich immer aus körperlichen Gründen realisieren.
Grundsätzlich heißt es aber zu schauen, was tut mir gut und was nicht. Dementsprechend versuche ich alles zu vermeiden, was mir nicht gut tut, so weit es möglich ist. Mal von vielen Aktivitäten abgesehen, die aus körperlichen Gründen nicht gehen, zieht man sich doch mehr zurück und lässt auch nur noch bedingt Menschen an sich heran. Meist sind das Menschen denen man nicht nur vertrauen kann, sondern jene die nur minder ein Problem mit den Defiziten haben, deren Mitleid nicht in Hilflosigkeit endet und die keine Angst davor haben. Menschen die dann einfach Handeln.

Natürlich steht außer Frage, das diese Situation für sie eine Belastung ist, weil man gerne mehr tun möchte. Es ist dann sehr schwer sich vorzustellen, das sie mir eine große Hilfe sind, wenn man in den Phasen der räumlichen Isolation durch zu starke Schmerzen, einfach mal ein gutes Gespräch führen kann oder jemanden mit mir geduldig die Straße entlang schleicht, da es schneller nicht geht. So absurd das klingen mag, aber Bewegung hilft. Für 300 m brauche ich zwar dann eine halbe Stunde aber es tut der Seele gut und dem Körper sowieso, da die Steifheit ausfallen kann.
Solch ein Ausflug führt zu einem weiteren gesellschaftlichen Problem, vor allem wenn ich es alleine bewältige. Je Gleichmütiger ich in solch einer Phase werde, wofür ich unendlich dankbar bin, um so schwieriger werden die Blicke und verbalen Ausfälle meiner Mitmenschen. Das ist etwas was man nicht sehen möchte und deswegen soll ich am besten hinter verschlossenen Türen bleiben. Selbst wenn ich mir meine Einkäufe nach Hause liefern lasse, darf ich mir auf Grund meines Alters noch Rechenschaft ablegen, warum ich dies nicht nach Hause trage, obgleich ich es nur mit Gehhilfen in den Laden geschafft habe. „Du bist doch Jung, da wirst du das doch alleine tragen können.“ Mittlerweile gehe ich nicht weiter darauf ein, weil ich mir im Laufe der Jahre klar geworden ist, das es alleine nur die Angst und das Unverständnis ist die solche Sprüche zu Tage bringt, oder auch Spot und Hohn ernte, wenn ich nicht anders kann.

Die Angst vor der eigenen Hilfebedürftigkeit und den Schmerzen zu groß ist.
Viele möchten sich auch nicht weiter damit auseinandersetzen und verschließen die Türen. Die Hilflosigkeit und Angst wollen sie nicht ertragen. Man möchte sich nur an den schönen Dingen des Lebens erfreuen und nicht das Leiden vor Augen haben. Somit ist jemand wie ich, der dann unter Schmerzen versucht zu laufen, dieses mit Müh und Not hinbekommt, das wandelnde Leid. Das Lachen und die witzigen Gegebenheiten können nicht mehr wahrgenommen werden.
Wobei in meinen Augen das eine nichts mit dem anderen zu tun hat. Das eine ist eine körperliche Behinderung, die sich auch wieder in einem gewissen Rahmen normalisiert, obgleich es bei weitem nicht so ist wie vor 10 Jahren. Das andere ist die Psyche, das menschliche Wesen in der Hülle, welche Krank ist und dieses möchte ein würdiges Leben führen. Dies ist aber nur für sich allein möglich. Ständige muss man sich noch rechtfertigen, warum alles so ist wie es ist, warum nichts mehr so ist wie es mal war und warum alles unberechenbar ist, da ein Schub sich nicht ankündigt.
Selbst wenn man sich öffnet und in einer stoischen Ruhe erklärt was los ist, wird an der eigenen Person gezweifelt, denn vor Jahren funktionierte es mal. Da man diese Behinderung nicht greifen kann, wird man als Spinner oder depressiver Mensch abgetan. Ich soll mich doch nur mal ein bisschen zusammenreißen, obgleich man täglich über seine körperlichen Grenzen geht, wenn man ein einigermaßen normal gestalteten Alltag erlebt und am Morgen nicht weiß, was für ein Eigenleben der Körper am Abend entwickelt.

„Nimm die Krankheit nicht einfach an, sondern kämpfe gegen sie an.“ Das wäre aber ein Kampf gegen mich und meiner Selbst.
Ich habe in den letzten Jahren viel über mich und das Leben lernen dürfen. Habe Mut für neue Wege gewonnen, da ich lernte mit dieser Situation zu leben und das ich keine Angst haben brauche, auch wen es meinen Mitmenschen schwer fällt zu akzeptieren. Nur das ist deren Problem und am Ende ist es auch traurig, das ich so denken muss, da dieser ganze Kreislauf noch mehr isoliert, als es sonst schon der Fall ist.
Am Telefon sage ich oft nicht einmal mehr wie es mir geht, damit nicht gleich wieder aufgelegt wird. Natürlich möchte ich dann auch nicht über die Gegebenheit reden, doch ich möchte wenigstens auf diesem Wege noch etwas am Leben außerhalb meiner vier Wände mitbekommen. Das geht aber nur wenn ich schweige.
Der Kreis von Menschen um mich herum ist sehr klein geworden. Somit sind können dann Worte wie, „Ach dann lege ich lieber wieder auf und wir können dann wieder telefonieren, wenn es dir besser geht.“, verletzend sein, ohne das es in der Absicht des anderen lag. Selbst, wenn man versteht, das es zum Teil die Hilflosigkeit ist und man damit gesagt bekommt, „Wir wollen das du ganz schnell wieder gesund wirst und dich bis dahin schonst.“, so schmerzt es dennoch. Ohne ungerecht und undankbar zu wirken, denn das bin ich in keiner Weise, nur ‚Wer soll geschont werden?’ Das nicht damit auseinandersetzen wollen mit der Gegebenheit, die Ängste, die eigene Hilflosigkeit oder wirklich ich?. Um so unverständlicher ist dann die Tatsache, wenn ich darum bitte, mich dennoch auf diese Weise weiter mit teilhaben zu lassen. Trotz der körperlichen Defizite in dem Moment, kann ich mich noch wunderbar an den Schönen Dingen des Lebens erfreuen und bin dann sogar noch dankbarer für alles erleben, als es so schon ist.

Damit ich diese Verletzung nicht mehr erleben und diese Erklärungen nicht mehr abgeben muss, sage ich es eben nicht mehr.
Da ich diese Menschen, die einen Platz in meinem Herzen haben, in keiner Weise in Bedrängnis bringen möchte, gehe ich ständig über meine Grenzen, denn ihre Angst der Hilflosigkeit schwingt unbewusst immer mit und dieses Erleben möchte ich ihnen ersparen. Ich möchte ihnen dieses Miterleben ersparen und mir die Verletzung, die daraus entstehen könnte.

Ein Leben mit der Fibromyalgie und auch ein Leben mit Autismus, sind in dieser Gesellschaft mit einem Teufelskreislauf verbunden. Das, was all diese Betroffenen brauchen sind nicht Mitleid. Sie brauchen Akzeptanz der Gegebenheiten und des Lebens, welches immer Individuell ist. Es ist aber noch ein langer Weg dahin, selbst bei allen Integrations- und Inklusionsgedanken die in dieser Gesellschaft erwünscht sind. Es beginnt bei der Akzeptanz, das nicht alle gleich sind und jeder Mensch nicht das selbe leisten kann. Nur diese Akzeptanz wird erst entstehen, wenn die Menschen aufhören zu vergleichen, zu bewerten und zu urteilen und beginnen sich mit sich selber, den Ängsten, dem Leben und der Vergänglichkeit all dessen bewusst auseinandersetzen. Bis dahin wird es weiterhin Unverständnis, Demütigung, Ausgrenzungen und Isolation eines jeden der etwas anders ist geben.

Auch wenn mein Wunsch ein anderer ist, ich jeden Tag aufs Neue dagegen ankämpfe, in dem ich mein Leben lebe und für mich persönlich meinen Frieden mit und in diesem Ganzen gefunden habe, so ist dies aber die klare und traurige Erkenntnis die ich erhalte, in einem Leben mit Fibromyalgie und das Mitleben von Autismus.

© by Emma Wolff (8.2.2013)

Ich möchte auch hier auf die fragwürdige Form der Medienberichterstattung aufmerksam machen, die auf Grund von Vermutungen von JournalistInnen und RedakteurInnen  einen Zusammenhang herstellt zwischen Autismus (speziell dem Asperger-Syndrom) und dem Amoklauf eines jungen Mannes an einer Grundschule in Newtown/USA.

Ich bin Autistin - Asperger-Syndrom bei Frauen

Es ist schrecklich, was gestern in den USA an einer Grundschule geschehen ist. Ein junger Mann hat bei einem Amoklauf 27 Menschen – darunter viele Kinder im Alter zwischen 5 und 10 Jahren – getötet und am Ende dieser unvorstellbaren Tat sich selber erschossen. Unbegreiflich, wie ein Mensch zu einem solchen Verbrechen fähig sein kann. Weil die Menschen begreifen wollen, suchen sie nach einer Erklärung, nach dem „Warum“?
Und dann steht es plötzlich in nahezu allen Medienberichten:
„Der Täter war Autist. Er litt am Asperger-Syndrom.“
So weit ich informiert bin, sind das bisher nur Vermutungen. Vermutungen, die lediglich aus dem Verhalten des Amokläufers geschlossen werden. Aber sie verbreiten sich schnell. So schnell, dass sie nicht mehr aufzuhalten sind. Überall liest man, dass der Täter emotionslos war, kamerascheu. Dass er wenig sprach und von Klassenkameraden als unauffälliger Einzelgänger beschrieben wurde.

Macht ihn das zum Autist?
Und – macht ihn das zu…

Ursprünglichen Post anzeigen 681 weitere Wörter

Leben mit Autismus – Die etwas andere Anthologie

Ich möchte auch in diesem Blog auf eine ganz besondere Anthologie hinweisen, die Ende Oktober erscheint und bereits jetzt vorbestellt werden kann:

Tommy Krappweis (Autor und Erfinder von der Kultfigur „Bernd das Brot“)
schreibt dazu:

„Dieses Buch kann dazu beitragen, dass mehr Verständnis für diese ganz besonderen Kinder herrscht. …“

Autismus und das Asperger Syndrom sind viel mehr, und die Absicht dieser Anthologie ist es, dieses „Mehr“ zu ergründen. Erfahrungsgemäß begreift man Menschen mit dieser Symptomatik im alltäglichen Erleben und dessen Gegebenheiten – den sprichwörtlichen Geschichten, die das Leben schreibt. Die ist auch der Ansatz, den dieses Buch verfolgt.
Es ist weder Ratgeber noch wissenschaftliches Fachbuch, sondern stellt das alltägliche Leben in all seinen Facetten, der Wahrnehmung und der Erfahrung in den Fokus.

Diese Sammlung enthält Werke von Autisten und Menschen, die mit dem Syndrom in Berührung kamen oder sich ihre Gedanken darüber gemacht haben.
Wer einen Einblick in das alltägliche Leben oder in die Gefühlswelt eines Autisten
erhaschen möchte, liegt mit dieser Sammlung von Kurzgeschichten, Gedichten, Songtexten, Bildern und Fotografien genau richtig.

Angaben

Titel: Ein Leben mit Autismus – Die etwas andere Anthologie
Erscheinungsdatum: Ende Oktober (Datum wird vom Verlag nachgereicht)
Herausgeberin: Emma Wolff
Verlag: Telescope – Verlag
172 Seiten
Farbdruck
ISBN: wird nachgereicht
Preis: 17,00 €
Dieses Buch kann ab dem 18.09.2012 direkt bei dem Telescope Verlag oder bei der Herausgeberin und Autorin Emma Wolff vorbestellt werden.

Telescope – Verlag
info@telescope-verlag.de
Fax: 03733 -596 328

Emma Wolff
emmaswelt@yahoo.de

Besonderheit dieser Vorbestellung

Die Besonderheit dabei ist, das jede Vorbestellung noch ein kleines Geschenk, in Form eines Kunstdruckes in A4 Format, dazu bekommt.
Da die Bilder in dem Buch nicht unterschiedlicher sein könnten, möchten wir auch nichts dem Zufall überlassen und es darf aus zwei Bildern ausgewählt werden.

Dieses kleine besonders feine Paket gibt es nur für jede Vorbestellung und endet mit dem offiziellen Erscheinungstag Ende Oktober. (Datum wird vom Verlag nachgereicht)

(Text mit freundlicher Genehmigung der Herausgeberin Emma Wolff)

Die Bilder, die es als kleine Zugabe zu jeder Vorbestellung gibt, können in der folgenden PDF-Datei eingesehen werden:

Ein Leben mit Autismus – Die etwas andere Anthologie – Buchvorstellung

Ich bin schon sehr gespannt auf das Buch, welches unter anderem auch Textbeiträge von mir enthält.

bw family.tv – Diagnose Autismus

Ich möchte an dieser Stelle auf einen Fernsehbeitrag  des Senders bwfamily.tv zum Thema „Autismus“ hinweisen, den ich sehr gut und informativ finde:

bwfamilytv – family Lebenshilfe Diagnose Autismus

Studiogäste sind: Frau Gölz Reuschenbach und Frau Andrea Bröker von der Beratungsstelle Autismus in Karsruhe und Pfarrerin Elke Schott.

Gezeigt wird neben der Gesprächsrunde ein kleiner Filmbeitrag über einen autistischen Jungen, der eine Regelgrundschule in Baden-Württemberg besucht.

Frau Bröker spricht über einige Schwierigkeiten im Alltag aus Sicht einer erwachsenen Asperger-Autistin.

Veranstaltung am 21.04.2012 zum Welt-Autismus-Tag in Bonn

Am 21.04.2012 findet in der Johannesschule in Bonn zum vierten Mal eine Informationsveranstaltung zum Welt-Autismus-Tag statt.

Einlass: 9 Uhr
Beginn: 10 Uhr
Ende: 17 Uhr
Ort: Johannesschule, Rehfuesstr. 38, 53115 Bonn
Veranstalter: Leben mit Autismus Bonn und Rhein-Sieg-Kreis e.V.
Eintritt: frei
Um eine unverbindliche Anmeldung per Mail wird aus organisatorischen Gründen gebeten.
AutistInnen und ihren BegleiterInnen kann auf Wunsch ein Platz in der Nähe der Bühne reserviert werden.

Das Programm der Veranstaltung entnehmen Sie bitte dem Flyer:

Flyer WAT 2012 Seite 1
Flyer WAT 2012 Seite 2

Inklusion ist eine Illusion

Ich mag dieses Wort „Inklusion“ mittlerweile nicht mehr hören.
Es wird so viel darüber in den Medien geschrieben und gesprochen und auf Fachtagungen darüber diskutiert, aber umgesetzt wird von diesen Worten nichts.
Es bleiben Worte, die falsche Hoffnungen wecken und enttäuschen, weil die Realität 2012 für eine gelebte Inklusion keinen Platz hat.
Es fehlt an den Rahmenbedingungen, die zuerst geschaffen werden müssen, um den Weg zu bereiten für eine flächendeckende Umsetzung der Behindertenrechtskonvention.
Diese können jedoch erst geschaffen werden, wenn ein Umdenken in den Köpfen aller
Menschen stattgefunden hat. Und allein daran fehlt es. An der Bereitschaft aller, umzudenken weg von der Separation und Exklusion behinderter Menschen hin zur Inklusion.

Inklusion ist eine Illusion. Nicht mehr.
In der Realität werden behinderte Kinder bis heute Förderschulen zugewiesen – notfalls auch gegen den Willen der Eltern.
Viele Regelschulen sind mit der Beschulung behinderter Kinder überfordert und können die notwendigen Rahmenbedingungen hierfür nicht schaffen.
Leidtragende sind die Kinder, die zu „Versuchskaninchen der Inklusion“ werden und
irgendwann an dem Regelschulsystem scheitern mit der Konsequenz, dass sie am Ende wieder exkludiert und einer Förderschule zugewiesen werden.
Auch gegen den Willen der Erziehungsberechtigten, auf die unter Umständen erheblicher Druck ausgeübt wird mit dem Hinweis auf die bestehende Schulpflicht in Deutschland.
Von der Beschulungspflicht einer Regelschule hingegen wird dann nicht mehr gesprochen.

Was nutzt eine Behindertenrechtskonvention, wenn sie nicht umgesetzt wird?
Was nutzt einem behinderten Kind das Wort Inklusion, solange es nur auf dem Papier steht?
Was nutzt einem behinderten Kind das Recht auf den Besuch einer Regelschule, wenn keine Regelschule bereit ist, es aufzunehmen und sich dieser Aufgabe zu stellen?

Inklusion ist eine Illusion.
Zumindest heute im Jahr 2012.
Vielleicht wird sie bei der Beschulung unsere Enkelkinder endlich der Normalfall sein, weil bis dahin die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden konnten und die Inklusion in den Köpfen aller Menschen angekommen ist.
Ich schreibe bewusst „vielleicht“, weil mein Glaube daran im Augenblick auf Grund eigener, erlebter und noch erlebender Erfahrung verloren gegangen ist.
Die Fakten sprechen gegen eine schulische Inklusion.
Es fehlen Fachkräfte und eine entsprechende Anpassung der Lehrerausbildung und
Lehrerfortbildung. Die wenigsten Schulen sind zum heutigen Zeitpunkt barrierefrei, so dass die Regelbeschulung eines behinderten Kindes oft schon daran scheitert, selbst wenn der Wille zur Aufnahme in der Regelschule vorhanden ist.

Wenn Inklusion scheitert, sind es immer die Kinder und deren Eltern, die die die oft schwer wiegenden Folgen zu tragen haben.
Nicht die Menschen, welche die Rahmenbedingungen nicht schaffen konnten oder wollten.
Schließlich seien es doch die Eltern, die auf den Rechtsanspruch für den Besuch einer
Regelschule ihres behinderten Kindes pochen.
Demnach sind auch sie verantwortlich für die mögliche Folgen einer gescheiterten, schulischen Inklusion, auf die ihre Kinder ab dem Schuljahr 2013/2014 einen einklagbaren Rechtsanspruch haben sollen.
Das hört sich fast schon so an, als sei ich eine Rabenmutter, wenn ich mein behindertes Kind auf eine Regelschule schicken möchte und bereit bin, dafür zu kämpfen, damit es die gleichen Chancen hat wie jedes andere Kind auch.

Ich mag das Wort Inklusion nicht mehr hören, weil es missbraucht wird und die wenigsten Menschen wissen, was Inklusion wirklich bedeutet.
Als Autistin spüre ich fast täglich, dass ich nur dann Teil dieser Gesellschaft sein kann, wenn ich mich anpasse. Ich werde nicht angenommen, wie ich bin, sondern muss mich so verhalten, dass ich einer Norm entspreche, die es der Gesellschaft möglich macht, mich teilhaben zu lassen und nicht auszuschließen.

SpeakAut

Speak out heißt übersetzt – sich mitteilen. Das Aut steht für autistische Menschen. Diese Seite soll jenen Menschen eine Plattform bieten, die sich für die Rechte autstischer Menschen einsetzen – egal, ob sie selber autistisch sind, autistische Kinder oder Familienmitglieder haben oder mit autistischen Menschen arbeiten.

Willkommen sind natürlich auch die Menschen, die sich für das Thema Autismus interessieren und für die Teilhabe autistischer Menschen an der Gesellschaft gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention.

Viele Autistinnen und Autisten leiden darunter, dass Entscheidungen immer wieder über ihre Köpfe hinweg getroffen werden, dass sie nicht einbezogen werden in Entscheidungen, die ihr Leben betreffen und dass andere Menschen glauben, besser zu wissen, was gut für sie ist.

Wir können diese Situation nur ändern, wenn wir auf Missstände aufmerksam machen und auf unsere Rechte und unsere Wünsche mitteilen. Genau hierfür soll diese Seite einen Raum bieten für alle, die sich mit der Thematik auseinandersetzen und etwas ändern wollen.

SpeakAut – Rechte für autistische Menschen

SpeakAut bei Facebook.

Fachtagung – Schule auf dem Weg zur Inklusion

Am 28. März 2012 findet von 9.00 bis 17.00 Uhr an der Uni Siegen eine Fachtagung zum Thema  „Schule auf dem Weg zur Inklusion“ statt.

Unter anderem wird Frau Bea Küpperfahrenberg, die Landeskoordinatorin NRW für die Fachberatung Autismus einen Vortrag halten zum aktuellen Stand und den Entwicklungen des Schulbesuchs von Schülern und Schülerinnen mit Autismus-Spektrum-Störungen.

Der Tagungsbeitrag beträgt 30 Euro, für AutistInnen und StudentInnen 15 Euro.
Anmeldeschluss ist der 12. Februar 2012. Eine Anmeldung ist schriftlich über das Anmeldeformular oder online möglich. Auf dem Anmeldeformular befindet sich auch das Tagungsprogramm inklusive der Workshops, die nach der Mittagspause stattfinden.

Zum Thema Autismus und Inklusion habe ich auf Grund der Aktualität des Themas einen Beitrag aus meiner persönlichen Sicht als Autistin geschrieben, der unter folgendem Link nachgelesen werden kann:

Inklusion und Autismus – wie geht das?  

Zitat:

„Inklusion verliert ihren Sinn, wenn das Dazugehören in die Gesellschaft eine permanente  Überforderung mit sich bringt. Solange die Gesellschaft erwartet, dass sich AutistInnen durch Anpassung und Kompensierung so verhalten wie nichtautistische Menschen, kann Inklusion nicht gelingen. „