Teilhabe von Menschen mit Autismus

Advertisements

SpeakAut

Speak out heißt übersetzt – sich mitteilen. Das Aut steht für autistische Menschen. Diese Seite soll jenen Menschen eine Plattform bieten, die sich für die Rechte autstischer Menschen einsetzen – egal, ob sie selber autistisch sind, autistische Kinder oder Familienmitglieder haben oder mit autistischen Menschen arbeiten.

Willkommen sind natürlich auch die Menschen, die sich für das Thema Autismus interessieren und für die Teilhabe autistischer Menschen an der Gesellschaft gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention.

Viele Autistinnen und Autisten leiden darunter, dass Entscheidungen immer wieder über ihre Köpfe hinweg getroffen werden, dass sie nicht einbezogen werden in Entscheidungen, die ihr Leben betreffen und dass andere Menschen glauben, besser zu wissen, was gut für sie ist.

Wir können diese Situation nur ändern, wenn wir auf Missstände aufmerksam machen und auf unsere Rechte und unsere Wünsche mitteilen. Genau hierfür soll diese Seite einen Raum bieten für alle, die sich mit der Thematik auseinandersetzen und etwas ändern wollen.

SpeakAut – Rechte für autistische Menschen

SpeakAut bei Facebook.

Probanden für Studie zum Thema „Zwischenmenschliche Kommunikation“ gesucht

Das Max-Planck-Instititut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig sucht
für eine Studie zum Thema „Zwischenmenschliche Studie“ Menschen
mit Asperger-Syndrom oder Hochfunktionalem Autismus (HFA).

Die Studie beinhaltet verschiedene Aufgaben zum Erkennen von Stimmen und Gesichtern. Einige der Aufgaben werden in einem Magent-Resonanz-Tomographen (MRT) durchgeführt. MRT ist eine etablierte Methode zur Erforschung von Struktur und Funktion des Gehirns ohne bekannte Nebenwirkungen.

Weitere Informationen zur Studie sowie die notwendigen Anmeldeformularien stehen als PDF-Datei zur Verfügung.

probanden11-09

Autistisches Kind „unzumutbar“ für Nachbarn?

Einer 64-jährigen Wuppertalerin wurde eine bereits mündlich zugesagte Wohnung seitens der Vermieterin wieder abgesprochen, weil ihr Enkel autistisch ist.

Die Vermieterin sagte ihr wörtlich, dass „die Anwesenheit eines solchen Behinderten den anderen Mietern nicht zuzumuten sei“.

Zitat:

Die 64-Jährige erzählt: „Die Vermieterin rief mich an und sagte, mich hätte sie ja gerne als Mieterin. Aber ein behindertes Kind möchte sie nicht im Haus haben. Sie habe sich im Internet schlau gemacht über Autisten, und sie könne es ihren Nachbarn nicht zumuten, falls sie ihn im Flur begegnen würden oder er laute Töne von sich gebe. Außerdem hätten die Mieter dann einen Mietminderungsgrund von 25 Prozent.“

Quelle: Der Westen 

Angesichts dieses Artikels und des diskriminierenden Verhaltens der Vermieterin fehlen mir die Worte. In was für einer Welt leben wir, in der Behinderte immer und immer wieder ausgeschlossen und abgeschoben werden?

Von einer Inklusion sind wir angesichts solcher Berichte noch sehr weit entfernt, auch wenn sie wesentlicher Bestandteil der Behindertenrechtskonvention ist.

Sat1 strahlte heute in der Sendung 17.30 NRW einen Beitrag zu dem Vorfall in Wuppertal aus. Hier der Link:

Wuppertaler Mieterin diskriminiert

Erste Reaktionen wurden heute in einem weiteren Artikel in „Der Westen“ veröffentlicht:

Empörung über behindertenfeindliche Verrmieterin

Zitat:

„Es hat zuletzt viele Bemühungen für die Belange behinderter Menschen gegeben“, räumt SoVD-Sprecherin Gehms ein. Der Fall in Wuppertal zeige aber: „In der Praxis liegt noch immer vieles im Argen. Es gibt für Behinderte im Alltag noch viele Barrieren – auch in den Köpfen.“

Dem kann ich aus eigener Erfahrung leider nur zustimmen. Gesetzliche Bestimmungen existieren häufig nur auf dem Papier. Die Realität sieht für viele behinderte Menschen ganz anders aus.

 In NRW gilt ein Landesgesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, es gibt ein bundesweit gültiges Behindertengleichstellungsgesetz, seit März 2009 gilt auch in Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention. Gemeinsames Ziel der Regelungen: Behinderten Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, sie einzubeziehen statt auszugrenzen.

Das aktuelle Geschehen in Wuppertal hat dieses Ziel auf jeden Fall verfehlt.

Autistic Pride Day

Kritische Anmerkungen zum Autistic Pride Day bei Realitätsfilter:

Zwischen Stolz und Betroffenheit

 Zitat:

Ein anderer Aspekt der mich an Autistic-Pride stört ist das Wort “Pride”.
Ich möchte hier ausdrücklich nicht falsch verstanden werden. Autismus ist nichts schlimmes. Autismus ist nichts, das geheilt werden muss. Aber Autismus kann durchaus eine Behinderung sein, wie mein Beispiel oben ja durchaus auch zeigt. Ich sage nicht, dass sie das muss, ich möchte die Entscheidung, ob sein Autismus ihn behindert, jedem selbst überlassen. Das gilt dann aber auch im Umkehrschluss, dass niemand pauschal sagen sollte Autismus sei keine Behinderung.
Alles in allem ist Autismus nichts auf das ich stolz bin.

Ich finde es gut, wenn es einen Tag gibt, an dem auf das Thema „Autismus“ aufmerksam gemacht wird.

Autismus ist nichts, wofür ich mich schämen und was ich in Folge dessen vor den anderen verstecken muss.
Aber es ist auch nichts, worauf ich stolz bin.
Autismus ist ein Teil von mir, vermutlich der wesentliche. Er gehört untrennbar zu mir und ist immer allgegenwärtig. Oft schränkt er mich (erheblich) ein, aber er verleiht mir auch Stärken wie Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, Pünktlichkeit, Genauigkeit und eine große Ausdauer, die sich vor Allen Dingen in der Beschäftigung mit meinen Spezialinteressen zeigt.

Autismus ist keine Krankheit. Aber in meinen Augen ist er eine Behinderung, weil er mich behindert.
Da lässt sich nichts schönreden – auch wenn viele AutistInnen dies tun.

Ich wünsche mir, so sein zu dürfen wie ich bin – mit meinen Stärken und Schwächen, die ich auch gar nicht verstecken oder beschönigen will. Ich habe gelernt, meine Grenzen zu akzeptieren und möchte, dass meine Mitmenschen diese respektieren und mich so annehmen, wie ich bin.

Hierzu ein Gedicht von mir:

Ich-sein.

Nicht mehr anders sein, um nicht anders zu sein.
Nicht mehr anders sein, um gleich zu sein.
Gleich zu sein, wie jene, die anders sind.
Anders als ich.
Ich bin nicht gleich.
Ich entspreche nicht dem Sein der anderen.
Weil ich anders bin.
Ein Anders-Ich.
Nicht wie die anderen.
Anders.

Ich-Sein.
Endlich anders sein.
Sein, wie ich immer war.
Nicht nur in mir.
Kein unsichtbares Ich mehr
das sich anders zeigt als es ist,
weil es anders ist
aber nicht anders sein darf.

Ich will sein.
Nur ich sein.

Ich bin anders – Diagnose Autismus

Ein Bericht der Sendung „Das Gesundheitsmagazin“ des Bayerischen Rundfunks – verfügbar als Podcast in der ARD-Mediatkek:

Ich bin anders – Diagnose Autismus

„Ich bin anders“ – Diagnose Autismus / Autismus in der Gesellschaft:
Gespräch mit der ehemaligen Behindertenbeauftragten Ina Steiin /
Eigenarten oder Krankeheit: Gespräch mit der Mutter eines autistischen Kindes /
Autismus: Abgrenzung, Symptomatik und Behandlung /Hans Förstl, TU München

Am Anfang des Beitrags spricht ein junger Mann über sein Leben mit der Diagnose Autismus, was in der Kurzinformation über die Sendung unerwähnt bleibt..

Im Zusammenhang mit der Sendung möchte ich unbedingt auf einen kritischen Blogeintrag hinweisen, der sich mit dem Inhalt der Sendung und den darin gemachten Aussagen über Autimus auseinandersetzt:

Realitätsfilter – Lieber BR

Leben in einer eigenen Welt

Anlässlich des Welt-Autismus-Tages gab es in der Lokalzeit Köln (WDR) einen Beitrag über eine Kölner Familie mit zwei autistischen Mädchen:

Leben in einer eigenen Welt 

Gut, dass einmal autistische Mädchen gezeigt wurden, sind es in der Regel doch die Jungen, über die berichtet wird, wenn es um das Thema Autismus geht, was den Eindruck erweckt, es handele sich bei den Autismus-Spektrum-Störungen um eine Entwicklungsstörung, die lediglich Jungen und Männer betrifft.

Das Verhältnis liegt nach offiziellen Angaben bei 4:1. Ich glaube aber, dass es viel mehr Mädchen und Frauen mit Autismus gibt, diese aber viel seltener diagnostiziert werden.

Ich habe zu diesem Thema in meinem anderen Blog einmal einen Beitrag geschrieben unter dem Titel:

Diagnose des Asperger-Syndroms bei Mädchen und Frauen

NDR 90,3 Autismus – Leben in einer anderen Welt

Im Abendjournal Spezial sendet der NDR 90,3 am Samstag, den 26.03.2011
um 19.05 Uhr den Radiobeitrag „Autismus – Leben in einer anderen Welt“.

Eltern autistischer Kinder, TherapeutInnen und ein Betroffener berichten über ihre Erfahrungen mit dem Thema Autismus und Schule.
Außerdem stellen sich eine neue Beratungsstelle Autismus und Elterninitiative vor.

Der Beitrag steht jetzt beim NDR als Audio-Datei mit einem geänderten Titel zur Verfügung:

Leben mitAutismus – Audiodatei

Das Hörspiel auf WDR 5 – Buntschatten und Fledermäuse

Am Dienstag, den 01.02.2011 bringt WDR 5
in seiner Reihe „Das Hörspiel am Dienstag“
um 20.05 Uhr den Beitrag
„Buntschatten und Fledermäuse. Mein Leben in einer anderen Welt.“

von Axel Brauns.

Als Axel zwei Jahre alt war, zog sich die Welt vor ihm zurück. Die Menschen um ihn herum hatten plötzlich verschleierte Gesichter. Er hörte ihre Worte, verstand aber den Sinn nicht – und schon gar nicht die emotionalen Zwischentöne. Er teilte die Menschen ein in Buntschatten und Fledermäuse, je nachdem, ob sie ihn beruhigten oder bekümmerten.
So schuf er sich seine eigene Welt mit eigenen Freuden in einer eigenen Sprache. Poetisch, mit klangvollen Wortschöpfungen und einem passenden Sound-Design erzählt das Hörspiel vom Leben eines Autisten in einer Welt ohne Autismus.

Quelle: WDR 5

2. Autismus-Kongress Frankfurt 2011

In Kooperation mit dem Niederländischen Autismuskongress und dem
9. Internationalen Symposium zur Interverntion bei autistischen Störungen

Wann: 18. bis 19. März 2011 
Wo: Campus Westend, Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt/Main
Veranstalter: Congress Care
Organisation: wiconect GmbH
Wissenschftliche Leitung: Prof. Dr. Christine M. Freitag
Referenten: S. Bölte, A. Gawronski, I. Kamp-Becker u.a.

Das komplette Programm sowie die Ameldeformalitäten können der Webseite
des Autismus-Kongresses Frankfurt 2011 entnommen werden.

Informationsveranstaltung zum Welt-Autismus-Tag 2011

Zum 3. Mal in Folge findet am 02.04.2011 in der Johannesschule in Bonn
eine Informationsveranstaltung zum Welt-Autismus-Tag statt.

Veranstalter: Leben mit Autismus Bonn und Rhein-Sieg-Kreis e.V.
Projektleiter: Peter Schumacher
Veranstaltungsort: Johannesschule Bonn, Rehfuesstrasse 38, 53115 Bonn
Beginn: 11.30 Uhr
Einlass: 11 Uhr

Referenten:

  • Axel Brauns – Lesung aus seinem autobiografischen Roman „Buntschatten und Fledermäuse“
  • Prof. Dr. Peter Rödler – Zur Bedeutung des pädagogischen Blicks auf den Autismus
  • Sabine Kiefner – Das Asperger-Syndrom bei Frauen
  • Udo Seehausen – Musiktherapie bei Menschen mit ASS
  • Herr Thiel – Hundetherapie bei Menschen mit ASS

Zur Eröffnung der Veranstaltung spielt das Schulorchester der Johannesschule.

Der Eintritt ist frei.
Für autistische Menschen und ihre Betreuer wird auf Anfrage ein Platz  in der Nähe der Bühne reserviert. 

Das komplette Programm kann auf der Webseite des Vereins
„Leben mit Autismus bonn und Rhein-Sieg-Kreis e.V.“
als PDF-Datei heruntergeladen werden.