Autistic Pride Day

Kritische Anmerkungen zum Autistic Pride Day bei Realitätsfilter:

Zwischen Stolz und Betroffenheit

 Zitat:

Ein anderer Aspekt der mich an Autistic-Pride stört ist das Wort “Pride”.
Ich möchte hier ausdrücklich nicht falsch verstanden werden. Autismus ist nichts schlimmes. Autismus ist nichts, das geheilt werden muss. Aber Autismus kann durchaus eine Behinderung sein, wie mein Beispiel oben ja durchaus auch zeigt. Ich sage nicht, dass sie das muss, ich möchte die Entscheidung, ob sein Autismus ihn behindert, jedem selbst überlassen. Das gilt dann aber auch im Umkehrschluss, dass niemand pauschal sagen sollte Autismus sei keine Behinderung.
Alles in allem ist Autismus nichts auf das ich stolz bin.

Ich finde es gut, wenn es einen Tag gibt, an dem auf das Thema „Autismus“ aufmerksam gemacht wird.

Autismus ist nichts, wofür ich mich schämen und was ich in Folge dessen vor den anderen verstecken muss.
Aber es ist auch nichts, worauf ich stolz bin.
Autismus ist ein Teil von mir, vermutlich der wesentliche. Er gehört untrennbar zu mir und ist immer allgegenwärtig. Oft schränkt er mich (erheblich) ein, aber er verleiht mir auch Stärken wie Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, Pünktlichkeit, Genauigkeit und eine große Ausdauer, die sich vor Allen Dingen in der Beschäftigung mit meinen Spezialinteressen zeigt.

Autismus ist keine Krankheit. Aber in meinen Augen ist er eine Behinderung, weil er mich behindert.
Da lässt sich nichts schönreden – auch wenn viele AutistInnen dies tun.

Ich wünsche mir, so sein zu dürfen wie ich bin – mit meinen Stärken und Schwächen, die ich auch gar nicht verstecken oder beschönigen will. Ich habe gelernt, meine Grenzen zu akzeptieren und möchte, dass meine Mitmenschen diese respektieren und mich so annehmen, wie ich bin.

Hierzu ein Gedicht von mir:

Ich-sein.

Nicht mehr anders sein, um nicht anders zu sein.
Nicht mehr anders sein, um gleich zu sein.
Gleich zu sein, wie jene, die anders sind.
Anders als ich.
Ich bin nicht gleich.
Ich entspreche nicht dem Sein der anderen.
Weil ich anders bin.
Ein Anders-Ich.
Nicht wie die anderen.
Anders.

Ich-Sein.
Endlich anders sein.
Sein, wie ich immer war.
Nicht nur in mir.
Kein unsichtbares Ich mehr
das sich anders zeigt als es ist,
weil es anders ist
aber nicht anders sein darf.

Ich will sein.
Nur ich sein.

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