Ausgrenzung statt Integration

Nur weil er anders ist und die Lehrerin von seinem Verhalten genervt und offensichtlich damit überfordert war, warf sie einen autistischen Jungen, bei dem die Ärzte vermuten, das er das Asperger Syndrom hat, aus dem Unterricht und ließ seine Mitschüler abstimmen, ob er wieder zurück in die Klasse kommen soll.

Sie ließ die Kinder aufschreiben, was sie an dem autistischen Jungen nicht mögen und holte ihn dann zurück, damit er sich die Meinungen der Kinder anhören konnte. Bei der anschließenden Abstimmung gab es nur zwei Stimmen für den autistischen Jungen, der Rest der Klasse schloß sich der Meinung der Lehrerin an.
Die Lehrerin wurde nach Elternprotesten zwar vom Dienst suspendiert, aber der Schaden, den sie angerichtet hat, ist nicht mehr gut zu machen.

Leider ist ein solches Lehrerverhalten kein Einzelfall.
Wie oft werden Kinder gemobbt oder ausgegrenzt, nur, weil sie anders und die Lehrer damit überfordert sind.

Quelle: Schulspiegel – Spiegel online
Weitere Informationen bei CBS-News

9 Gedanken zu „Ausgrenzung statt Integration

  1. ich möchte noch hinzufügen, dass das nur dann der Fall ist, wenn sie wissen, dass es Autismus ist. Ansonsten hätte man da durchaus eine Lösung gefunden. Daher halte ich ja die Diagnose im Kindesalter derzeit für kontraproduktiv, weil sie die Probleme der Betroffenen verschärft, anstatt zu bessern. Denn es wird am Opfer herumgedoktert, während die Täter Narrenfreiheit genießen. Wie lange noch darf das hier so sein? Bekam er Unterstützung durch einen Schulbegleiter?

  2. Schade, dass der Dialog immer an der falschen Stelle abbricht. Damit kann dann niemand wirklich was anfangen. Bitte denk mal darüber nach. Danke!

      • Ja, das wollte ich nicht provozieren, aber ich stell die Frage nur deshalb, weil sie irgendwie offen blieb und ich das Gefühl hatte, dass man denkt, er wäre von sich aus so. Das glaube ich aber instinktiv nicht.

        • Nein, er ist auch von sich aus nicht so. Die Mitschüler haben immer sehr schnell herausgefunden, womit sie ihn wütend machen konnten und haben ihn dann ständig provoziert und gehänselt, bis er reagiert und sich gewehrt hat. Die Lehrer bekamen allerdings immer nur mit, wenn mein Sohn wütend wurde, nicht, was dazu geführt hat. Das hat die meisten offensichtlich auch nicht interessiert. Es ist ja viel einfache, etwas Unbequemes auf diese Art los zu werden, als sich der Problematik zu stellen. Und mit Autismus sind 99 Prozent aller LehrerInnen überfordert. Das ist leider so.

          • Kann ich mir gut vorstellen, denn da wird ja Schmiere gestanden. Mein Gott, es ist einfach nur noch erbärmlich, da wachsen die braunen Socken ja schon wie Pilze aus dem Boden. Da macht eine ganze Meute Jagd auf ein Kind, das sich nicht einmal dagegen wehren darf.

  3. Leider erst heute draufgekommen. Es wundert mich überhaupt nicht, dass ich jetzt der erste bin, dem das gefällt. Leben wir doch auch in einer geistigen Fast-Food-Gesellschaft, oder? Meine Erfahrungen mit der Klientel „Lehrer“ oder besser gesagt Pseudo-Pädagogen decken sich da haargenau, nur dass sich das damals die Lehrerin meines Kindes nicht getraut hat. Dafür aber die Führungsrolle in der Ausgrenzung meines Kindes inne hatte. Möchte doch in diesem Zusammenhang auch daran erinnern, dass das erste war, was damals in Winnenden seitens der Schulleitung geäußert wurde, dass dort natürlich nicht gemobbt wird. Nein! Da machen wir doch mal ganz schnell die Augen zu.

    • Ich habe die Erfahrung auch machen müssen, dass LehrerInnen die Augen davor schließen, wenn ein Kind in der Schule gemobbt wird. Sie wollen es nicht wahrhaben, um sich mit der Problematik nicht auseinandersetzen zu müssen. Lieber den gemobbten Schüler zum Täter erklären, wenn er sich wehrt und dann der Schule verweisen, als die Täter zur Verantwortung zu ziehen. „An unserer Schule wird nicht gemobbt.“ – wie oft habe ich den Satz schon zu hören bekommen. Leider hat man als Eltern keine Chance, dagegen anzukommen, wenn die Schulleitung sich weigert einzugestehen, dass ein Kind gemobbt worden ist. Ich habe damals gesagt, dass ich mich im wiederholten Fall an die Polizei wenden werde. Daraufhin wurde mein Kind sofort der Schule (Privatschule) verwiesen.

      • Na logisch, war wie unter feindlichen Beschuß stellen für die Schule. Ich steckte mein Sohnemann zuletzt in eine, die das extrem gut konnte, Mobbing zu unterbinden. Wirklich vorbildlich, vorallem die Schulleiterin. Aber damit kommen wir doch dem Problem erst richtig näher. Es sind die betroffenen Menschen dort, für die es einfacher ist, das Kind zum Problemfall zu erklären, anstatt sich dem eigenen Problem zu stellen. Darum geht es doch in Wahrheit. In unserer heutigen Zeit des ultimativen Sparprogramms sind Autisten das Letzte, mit dem man sich noch herumschlagen möchte. Der Wert des Menschen wird dabei völlig mißachtet. Das ist schon lange eine Menschenrechtsverletzung. Jedoch, wo kein Kläger, da auch kein Richter. Das Opfer ist dabei immer der, der sich am wenigsten wehren kann. Bitte hilf ihm dabei, dass sein roter Punkt nicht zum Joystick wird. Ich kann nicht beurteilen, wer die Aggressionen auslöst, gehe aber mal davon aus, dass es der rote Knopf ist. Die lieben Kameraden und Lehrkräfte haben da sehr schnell den Bogen raus, um das gewünschte Ergebnis zu bekommen. Oder liege ich da falsch?

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