Speak out heißt übersetzt – sich mitteilen. Das Aut steht für autistische Menschen. Diese Seite soll jenen Menschen eine Plattform bieten, die sich für die Rechteautstischer Menschen einsetzen – egal, ob sie selber autistisch sind, autistische Kinder oder Familienmitglieder haben oder mit autistischen Menschen arbeiten.
Willkommen sind natürlich auch die Menschen, die sich für das Thema Autismus interessieren und für die Teilhabe autistischer Menschen an der Gesellschaft gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention.
Viele Autistinnen und Autisten leiden darunter, dass Entscheidungen immer wieder über ihre Köpfe hinweg getroffen werden, dass sie nicht einbezogen werden in Entscheidungen, die ihr Leben betreffen und dass andere Menschen glauben, besser zu wissen, was gut für sie ist.
Wir können diese Situation nur ändern, wenn wir auf Missstände aufmerksam machen und auf unsere Rechte und unsere Wünsche mitteilen. Genau hierfür soll diese Seite einen Raum bieten für alle, die sich mit der Thematik auseinandersetzen und etwas ändern wollen.
Unter anderem wird Frau Bea Küpperfahrenberg, die Landeskoordinatorin NRW für die Fachberatung Autismus einen Vortrag halten zum aktuellen Stand und den Entwicklungen des Schulbesuchs von Schülern und Schülerinnen mit Autismus-Spektrum-Störungen.
Der Tagungsbeitrag beträgt 30 Euro, für AutistInnen und StudentInnen 15 Euro.
Anmeldeschluss ist der 12. Februar 2012. Eine Anmeldung ist schriftlich über das Anmeldeformular oder online möglich. Auf dem Anmeldeformular befindet sich auch das Tagungsprogramm inklusive der Workshops, die nach der Mittagspause stattfinden.
Zum Thema Autismus und Inklusion habe ich auf Grund der Aktualität des Themas einen Beitrag aus meiner persönlichen Sicht als Autistin geschrieben, der unter folgendem Link nachgelesen werden kann:
„Inklusion verliert ihren Sinn, wenn das Dazugehören in die Gesellschaft eine permanente Überforderung mit sich bringt. Solange die Gesellschaft erwartet, dass sich AutistInnen durch Anpassung und Kompensierung so verhalten wie nichtautistische Menschen, kann Inklusion nicht gelingen. „
… Auticon ist das erste Unternehmen in Deutschland, das ausschließlich Menschen mit Autismus als Software-Tester beschäftigt und deren Dienstleistungen am freien Markt anbietet. Dieser innovative Ansatz bringt für den Kunden den Vorteil einer besonderen Qualitätsarbeit.
Wir starten im Dezember 2011 am Standort Berlin und wollen mittelfristig die anderen großen Ballungsräume Deutschlands abdecken…
… Auticon gleicht die Schwächen der autistischen Mitarbeiter im sozialen Bereich aus, in dem es Arbeitsplätze anbietet, die ganz auf die besonderen Bedürfnisse dieser Mitarbeiter ausgerichtet sind. So arbeiten wir mit Job Coaches, die unsere Mitarbeiter mit Autismus in beruflichen und privaten Dingen unterstützen. In diesem Umfeld, das vor allem Sicherheit und Geborgenheit vermittelt, können unsere Mitarbeiter sich ganz auf ihre Stärken und Aufgaben konzentrieren.
Das Bewerbungsverfahren für Interessierte beginnt im Februar 2012.
Weitere Informationen hierzu unter: Mitmachen bei auticon
Für Menschen mit Asperger-Syndrom oder High-Functioning-Autismus aus dem Raum Berlin/Brandenburg gibt es im Vorfeld die Möglichkeit der Teilnahme an einer Umfrage, mittels derer der tatsächliche Bedarf ermittelt werden soll.
Perspektive Asperger e.V. ist ein Verein, der von Eltern mit Kindern, die eine Dignose
im Autismus-Spektrum haben, gegründet.
Die Aufgaben des Vereines sind u.a. der Aufbau
eines Netzwerks zwischen TherapeutInnen, BeraterInnen und Institutionen zur Unterstützung von autistischen Kindern und Jugendlichen in der Schule und bei der Berufsausbildung und die Durchführung von Informationsveranstaltungen zum Thema Autismus-Spektrum-Störungen.
Perspektive Asperger e. V. nimmt zur Zeit an einer Ausschreibung der ING DiBa zur Förderung von gemeinnützigen Vereinen teil, die den 1.000 Vereinen mit den meisten Stimmen 1.000 Euro für die Vereinskasse zur Verfügung stellt.
Wer den Verein Perspektive Asperger e.V. bei der Projektidee unterstützen möchte, kann dies unter folgendem Link mit seiner Stimme bei der Ausschreibung:
Das Max-Planck-Instititut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig sucht
für eine Studie zum Thema „Zwischenmenschliche Studie“ Menschen
mit Asperger-Syndrom oder Hochfunktionalem Autismus (HFA).
Die Studie beinhaltet verschiedene Aufgaben zum Erkennen von Stimmen und Gesichtern. Einige der Aufgaben werden in einem Magent-Resonanz-Tomographen (MRT) durchgeführt. MRT ist eine etablierte Methode zur Erforschung von Struktur und Funktion des Gehirns ohne bekannte Nebenwirkungen.
Weitere Informationen zur Studie sowie die notwendigen Anmeldeformularien stehen als PDF-Datei zur Verfügung.
Einer 64-jährigen Wuppertalerin wurde eine bereits mündlich zugesagte Wohnung seitens der Vermieterin wieder abgesprochen, weil ihr Enkel autistisch ist.
Die Vermieterin sagte ihr wörtlich, dass „die Anwesenheit eines solchen Behinderten den anderen Mietern nicht zuzumuten sei“.
Zitat:
Die 64-Jährige erzählt: „Die Vermieterin rief mich an und sagte, mich hätte sie ja gerne als Mieterin. Aber ein behindertes Kind möchte sie nicht im Haus haben. Sie habe sich im Internet schlau gemacht über Autisten, und sie könne es ihren Nachbarn nicht zumuten, falls sie ihn im Flur begegnen würden oder er laute Töne von sich gebe. Außerdem hätten die Mieter dann einen Mietminderungsgrund von 25 Prozent.“
Angesichts dieses Artikels und des diskriminierenden Verhaltens der Vermieterin fehlen mir die Worte. In was für einer Welt leben wir, in der Behinderte immer und immer wieder ausgeschlossen und abgeschoben werden?
Von einer Inklusion sind wir angesichts solcher Berichte noch sehr weit entfernt, auch wenn sie wesentlicher Bestandteil der Behindertenrechtskonvention ist.
Sat1 strahlte heute in der Sendung 17.30 NRW einen Beitrag zu dem Vorfall in Wuppertal aus. Hier der Link:
„Es hat zuletzt viele Bemühungen für die Belange behinderter Menschen gegeben“, räumt SoVD-Sprecherin Gehms ein. Der Fall in Wuppertal zeige aber: „In der Praxis liegt noch immer vieles im Argen. Es gibt für Behinderte im Alltag noch viele Barrieren – auch in den Köpfen.“
Dem kann ich aus eigener Erfahrung leider nur zustimmen. Gesetzliche Bestimmungen existieren häufig nur auf dem Papier. Die Realität sieht für viele behinderte Menschen ganz anders aus.
Morgen, am 08.09.2011 kommt der Animationsfilm „Mary und Max“ um 23.15 Uhr
im WDR Fernsehen.
In dem Film geht es um eine außergewöhnliche Freundschaft zwischen einem achtjährigen Mädchen aus Melbourne und einem 44-jährigen Asperger-Autisten,
der in New York lebt.
Kommen die Babys in Amerika aus Cola-Dosen? Oder aus Bierkrügen wie in
Australien? fragt Mary ihren Freund Max. Der weiß prompt die Antwort: Babys
kommen in Amerika aus Eiern, die je nach Religionszugehörigkeit von Rabbinern,
katholischen Nonnen oder Prostituierten gelegt werden. Das ist der Auftakt für
eine ganz besondere Freundschaft zwischen zwei genialen Antihelden: Mary und
Max.
Eine ausführliche Rezension kann man hier nachlesen.
Gegen die Angst – so lautet der Titel eines Fernsehbeitrags vom 22.07.2011 über einen jungen Mann, der seit seinem dreizehnten Lebensjahr die Diagnose Asperger-Syndrom hat und erzählt, wie er im Alltag mit seinem Autismus zurecht kommt.
Zitat:
„Ich merke nicht, wenn ich zu viel rede, das stört mich. Ich versuche, das in den Griff zu bekommen, aber es ist schwer irgendwie. Wie einen Güterzug ohne Bremsen zum Anhalten zu bringen, ja, das ist die passende Metapher.“
Im Rahmen der Wochenserie zum Thema Autismus gibt es noch vier weitere Filmbeiträge, die bei RTLregional.de angesehen und heruntergeladen werden können.
Am 03. November 2011 findet im Saalbau Bockenheimin Frankfurt von 9.30 Uhr bis 16.00 Uhr eine Fachtagung zum Thema Menschen mit hochfunktionalem Autismus und Asperger-Syndrom auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt statt.
Zitat:
Seit Mai 2010 gibt es bei der LAG Gemeinsam leben – gemeinsam lernen und der Lebenshilfe Gießen ein Projekt zur beruflichen Eingliederung von Menschen mit hochfunktionalem Autismus (HFA) und Asperger-Syndrom (AS). Die bisherigen Instrumente der Agenturen für Arbeit oder Integrationsfachdienste reichen nicht aus, um für die Menschen stabile Beschäftigungsverhältnisse anzubahnen und zu erhalten. Laut der UN-Behindertenrechtskonvention soll der allgemeine Arbeitsmarkt Menschen mit Behinderungen zugänglich gemacht werden (Artikel 27). Was brauchen Menschen mit HFA / AS, um auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt Fuß fassen zu können? Auf der Tagung geben die Hauptpersonen selbst Antworten. Fachleute nehmen ihre Anregungen in einer Podiumsdiskussion auf und diskutieren gemeinsam mit den Hauptpersonen über Lösungen. Das Projekt berichtet von seinen Ansätzen und bisherigen Erfahrungen.
Anmeldeschluss ist der 21. Oktober 2011.
Die Veranstaltung ist kostenlos.
Ein 25-minütiger Fernsehbeitrag auf Arte zum Thema „Autismus“: „Das Wrong-Planet-Syndrom – Vom Rätsel Autismus“
Donnerstag, den 21. Juli 2011 um 8.45 Uhr und in der Wiederholung um 17.35 Uhr.
Zitat:
Dörthe Eickelberg und Pierre Girard begleiten einen Autisten, bei dem das sogenannte Asperger-Syndrom diagnostiziert wurde, eine leichte Form des Autismus. Er erklärt, wie er die Welt wahrnimmt, welchen Schwierigkeiten er begegnet und wie er seinen Alltag meistert.
Am 06. September 2011 findet um 19 Uhr im Familienzentrum Kita Am Wasserwerk
ein Vortrag zum Thema „Autismus beim Kind erkennen“ statt.
Wann: Dienstag, den 06. September 2011 um 19 Uhr Wo: Familienzentrum Kita Am Wasserwerk, Am Wasserwerk 17 in Troisdorf-Mitte Referent: Sascha Knorr vom ATZ Bonn, Zweigstelle Siegburg Kosten: 2 Euro Anmeldung: bis zum 19. August 2011 unter 02241/2520200
Herr Knorr wird in seinem Vortag die gängigen Klischees dem realistischen Bild der Autismus-Spektrum-Störungen gegenüber stellen und im weiteren Verlauf über die Kernsymptome (Kommunikation und Sprache, soziale Interaktion und Verhalten und Spezialinteresse) referieren.
Der Vortrag ist sowohl für betroffene Eltern und am Thema Interessierte als auch für pädagogische Fachkräfte ausgerichtet.
Ein anderer Aspekt der mich an Autistic-Pride stört ist das Wort “Pride”. Ich möchte hier ausdrücklich nicht falsch verstanden werden. Autismus ist nichts schlimmes. Autismus ist nichts, das geheilt werden muss. Aber Autismus kann durchaus eine Behinderung sein, wie mein Beispiel oben ja durchaus auch zeigt. Ich sage nicht, dass sie das muss, ich möchte die Entscheidung, ob sein Autismus ihn behindert, jedem selbst überlassen. Das gilt dann aber auch im Umkehrschluss, dass niemand pauschal sagen sollte Autismus sei keine Behinderung. Alles in allem ist Autismus nichts auf das ich stolz bin.
Ich finde es gut, wenn es einen Tag gibt, an dem auf das Thema „Autismus“ aufmerksam gemacht wird.
Autismus ist nichts, wofür ich mich schämen und was ich in Folge dessen vor den anderen verstecken muss.
Aber es ist auch nichts, worauf ich stolz bin.
Autismus ist ein Teil von mir, vermutlich der wesentliche. Er gehört untrennbar zu mir und ist immer allgegenwärtig. Oft schränkt er mich (erheblich) ein, aber er verleiht mir auch Stärken wie Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, Pünktlichkeit, Genauigkeit und eine große Ausdauer, die sich vor Allen Dingen in der Beschäftigung mit meinen Spezialinteressen zeigt.
Autismus ist keine Krankheit. Aber in meinen Augen ist er eine Behinderung, weil er mich behindert.
Da lässt sich nichts schönreden – auch wenn viele AutistInnen dies tun.
Ich wünsche mir, so sein zu dürfen wie ich bin – mit meinen Stärken und Schwächen, die ich auch gar nicht verstecken oder beschönigen will. Ich habe gelernt, meine Grenzen zu akzeptieren und möchte, dass meine Mitmenschen diese respektieren und mich so annehmen, wie ich bin.
Hierzu ein Gedicht von mir:
Ich-sein.
Nicht mehr anders sein, um nicht anders zu sein. Nicht mehr anders sein, um gleich zu sein. Gleich zu sein, wie jene, die anders sind. Anders als ich. Ich bin nicht gleich. Ich entspreche nicht dem Sein der anderen. Weil ich anders bin. Ein Anders-Ich. Nicht wie die anderen. Anders.
Ich-Sein. Endlich anders sein. Sein, wie ich immer war. Nicht nur in mir. Kein unsichtbares Ich mehr das sich anders zeigt als es ist, weil es anders ist aber nicht anders sein darf.
Ich habe heute einen Filmbeitrag gefunden, der zwar schon etwas älter, aber im Vergleich zu vielen anderen Reportagen über Autismus gut gemacht ist, weil er nicht nur die Schwierigkeiten im Alltag zeigt, sondern auch die Chancen, diese überwinden zu können. Auch, wenn das Wort „Krankheit“ in dem Beitrag einmal fällt, wird doch mehrmals erwähnt, dass Autismus eine angeborene, genetisch bedingte Entwicklungsstörung ist. Die Aussagen sind insgesamt stimmig und bedienen sich nicht nur der üblichen Klischees, die leider häufig in Medienberichten zu finden sind.
Hauptsächlich geht es in der Reportage um das Thema Schule (der Schüler, der in dem Beitrag vorgestellt wird, besucht ein Gymnasium mit einer Schulbegleitung), um Möglichkeiten des Nachteilsausgleichs und der Unterstützung durch das Autismus-Kompetenz-Zentrum.
Weitere Informationen zum Film und eine von TV touring zusammengestellte Liste mit Adressen in Unterfranken zum Thema Autismus sind auf der Webseite von TV touring veröffentlicht.